Piezo-Technologie im Sanitärbereich: Klein im Auftritt, gross in der Wirkung


Von Marc Steiner
4 Min. Lesezeit

Piezo-Technologie im Sanitärbereich: Klein im Auftritt, gross in der Wirkung

Ein leiser Klick, ein dezentes Plätschern, und das Wasser fliesst – ohne Hebel, ohne Drehknopf, ohne hektisches Winken vor einem Sensor. Was wie eine moderne Sensorarmatur wirkt, basiert in vielen öffentlichen Waschräumen tatsächlich auf einer ganz anderen Technologie: dem Piezo-Effekt. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Piezo-Technologie funktioniert und warum sie sich im Sanitärbereich so bewährt hat.

So funktioniert eine Piezo-Armatur

Der Begriff "Piezo" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "drücken". Bestimmte Kristalle und Keramiken erzeugen unter Druck eine elektrische Spannung – ein Prinzip, das schon in Gasanzündern oder Tintenstrahldruckern zum Einsatz kommt.

In einer Piezo-Armatur funktioniert das so: Ein leichter Druck auf den bündig eingelassenen Taster erzeugt einen Spannungsimpuls, der ein Magnetventil öffnet. Das Wasser fliesst für eine voreingestellte Zeit. Ein erneuter Tastendruck stoppt den Wasserfluss bei Bedarf vorzeitig. Die Elektronik sitzt geschützt im Armaturenkörper.

Piezo, Sensorik oder Selbstschluss – Vor- und Nachteile im Vergleich

Jede der drei gängigen Armaturentechnologien hat ihre Stärken und Schwächen. Hier eine ehrliche Gegenüberstellung:

Mechanische Selbstschluss-Armaturen

Vorteile: - Kommen ohne Strom aus – keine Batterien, kein Netzanschluss - Niedrigere Anschaffungskosten - Einfache, bewährte Technik

Nachteile: - Mechanischer Verschleiss von Federn und Druckmechanik bei intensiver Nutzung - Laufzeit nur eingeschränkt einstellbar - Keine automatische Hygienespülung - Oberflächenkontakt bei der Bedienung – hygienisch suboptimal

Sensorarmaturen (Infrarot)

Vorteile: - Vollständig berührungslose Bedienung – höchster Hygienestandard - Programmierbare Hygienespülung möglich - Komfortabel und intuitiv

Nachteile: - Sensoroptik kann verschmutzen, vereisen oder beschädigt werden - Fehlauslösungen bei reflektierenden Oberflächen, dunkler Kleidung oder ungewöhnlichen Lichtverhältnissen - Höhere Anschaffungskosten - Empfindlicher gegenüber Vandalismus

Piezo-Armaturen

Vorteile: - Keine beweglichen Teile im Taster – minimaler Verschleiss - Keine empfindliche Sensoroptik – immun gegen Verschmutzung und Lichtverhältnisse - Eindeutige Auslösung durch bewussten Tastendruck (keine Fehlauslösungen) - Vandalismussichere Konstruktion mit massiver Edelstahl-Abdeckplatte - Programmierbare Hygienespülung und einstellbare Laufzeit - Lange Lebensdauer auch bei intensiver Nutzung

Nachteile: - Bedienung erfordert Kontakt mit dem Taster (nicht vollständig berührungslos wie bei Sensorik) - Höhere Anschaffungskosten als mechanische Selbstschluss-Armaturen - Stromversorgung über Batterie oder Netzanschluss notwendig

Fazit der Gegenüberstellung: Wer höchste Hygiene durch komplett kontaktlose Bedienung priorisiert, ist mit Sensorik gut beraten. Wer maximale Robustheit, Vandalismussicherheit und Zuverlässigkeit unter rauen Bedingungen sucht, fährt mit Piezo besser. Mechanische Selbstschluss-Armaturen bleiben die kostengünstigste Lösung für einfache Anwendungen mit moderater Nutzungsfrequenz.

Was Piezo-Armaturen in der Praxis auszeichnet

Über die Vor- und Nachteile hinaus lohnt es sich, einige Piezo-spezifische Eigenschaften genauer anzuschauen:

  • Hygienespülung gegen Legionellen: Steht eine Armatur über längere Zeit ungenutzt, stagniert das Wasser in der Leitung – ein Nährboden für Bakterien. Die programmierte Hygienespülung läuft automatisch und beugt der Stagnation wirksam vor.
  • Wassersparen durch klare Limits: Die voreingestellte Laufzeit verhindert, dass Wasser unnötig weiterläuft. Kombiniert mit einem Sparperlator (6 l/min bei den Waschtischarmaturen) ergibt das spürbare Einsparungen gegenüber konventionellen Lösungen.
  • Einfache Justierung im Betrieb: Laufzeit, Hygienespülung und weitere Nutzungsparameter lassen sich über die optionale Fernbedienung SLD 04 anpassen – ohne Demontage, ohne Werkzeug, direkt vor Ort. Das spart Zeit bei der Inbetriebnahme und erlaubt eine schnelle Feinjustierung, falls sich die Anforderungen im Betrieb ändern. Für Liegenschaften mit vielen Armaturen geht es noch einen Schritt weiter: Mit dem Sanela Smart Sanitary System lassen sich elektronische Sanitärgeräte zentral über eine Web-Oberfläche steuern und überwachen. Das System erlaubt unter anderem die Fernparametrierung der Armaturen, das Auslösen von Hygienespülungen, das Monitoring von Wasserverbrauch und Nutzungshäufigkeit, automatische Benachrichtigungen per E-Mail oder SMS sowie detaillierte Auswertungen für die Optimierung des Gebäudebetriebs. Besonders für Spitäler, Schulen, Hotels und grosse öffentliche Liegenschaften ist das ein wertvolles Werkzeug zur Legionellenprävention, zur Reduktion des Wasser- und Energieverbrauchs und zur effizienten Bewirtschaftung. Sprechen Sie uns an – wir klären gerne, welche Steuerungsoption zu Ihrem Projekt passt.

Typische Einsatzbereiche

Piezo-Lösungen spielen ihre Vorteile überall dort aus, wo hohe Nutzungsfrequenz, anspruchsvolle Hygiene und Vandalismusresistenz zusammentreffen: in Schulen, Spitälern, Sportanlagen, Bahnhöfen und öffentlichen WC-Anlagen. In Justizvollzugsanstalten und sicherheitskritischen Bereichen sind suizidhemmende Piezo-Ausführungen Stand der Technik.

Piezo-Lösungen im Armatron-Shop

Im Armatron-Shop finden Sie geprüfte Piezo-Lösungen mit vandalismussicherer Edelstahlabdeckplatte (3 mm) und Sicherheitsverschraubungen:

Beide Lösungen lassen sich mit der optionalen Fernbedienung SLD 04 komfortabel justieren.

Fazit

Die Piezo-Technologie zeigt, wie ein einfaches physikalisches Prinzip in der Praxis Grosses leisten kann: hygienisch, sparsam und nahezu unverwüstlich. Sie planen einen Neubau oder eine Sanierung? Wir beraten Sie gerne zur passenden Lösung – telefonisch unter +41 44 825 62 62 oder per E-Mail an info@armatron.ch.



Passende Produkte...

1 von 4