Wassersparende Armaturen für öffentliche WCs
In Schulen, Bürogebäuden, Spitälern und anderen öffentlich genutzten Sanitäranlagen läuft oft mehr Wasser als nötig. Nicht weil es jemand so will – sondern weil die falschen Armaturen verbaut sind. Dabei lässt sich der Wasserverbrauch mit den richtigen Produkten um bis zu 70 % reduzieren, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer etwas davon merken.
In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Armaturentypen sich bewährt haben, was Sie beim Kauf beachten sollten und warum Edelstahl in gewerblichen Anlagen die erste Wahl ist.
Öffentliche Sanitäranlagen stellen andere Anforderungen
Was im privaten Badezimmer genügt, reicht im öffentlichen Betrieb häufig nicht aus. Hunderte oder tausende Nutzerinnen und Nutzer pro Tag bedeuten Dauerbetrieb, unkontrollierte Bedienung und erhöhte Hygieneanforderungen. Die häufigsten Probleme in öffentlichen WCs:
• Armaturen werden nicht vollständig geschlossen – Wasser läuft weiter
• Kein bewusstes Sparverhalten der Nutzerinnen und Nutzer
• Hohe Beanspruchung führt zu schnellerem Verschleiss
• Hygienische Anforderungen steigen, berührungslose Lösungen sind gefragt
Genau hier setzen wassersparende Armaturen an: Sie regeln den Wasserfluss unabhängig vom Nutzerverhalten.
Selbstschluss-Armaturen: einfach und bewährt
Selbstschluss-Armaturen schliessen nach einer einstellbaren Zeit – typischerweise 5 bis 15 Sekunden – automatisch. Kein Stromanschluss, keine Elektronik, keine Abhängigkeit von Batterien. Gerade deshalb sind sie in Schulen, Sporthällen, JVA und ähnlichen Einrichtungen seit Jahrzehnten erste Wahl.
• Einsparung: 40 bis 60 % gegenüber konventionellen Armaturen
• Vorteile: robust, wartungsarm, kein Stromanschluss nötig
• Einsatz: Schulen, Sporthällen, Justizvollzugsanstalten, Verwaltungsgebäude
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Tipp: Selbstschluss-Armaturen lassen sich auch nachträglich in bestehende Installationen einbauen – ohne grössere Umbauarbeiten. |
Elektronische Sensorarmaturen: maximal hygienisch
Sensorarmaturen erkennen die Hände per Infrarot und steuern den Wasserfluss automatisch. Das Wasser fliesst nur während der tatsächlichen Nutzung. Es gibt keine Berührungspunkte am Wasserhahn – was die Keimweitergabe deutlich reduziert.
Sensorarmaturen sind die hygienischste Lösung und deshalb besonders in Krankenhäusern, Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen empfohlen. Erhältlich als Netzbetrieb- oder Batterieversion.
• Einsparung: 50 bis 70 %
• Vorteile: kontaktlose Bedienung, höchste Hygiene, kein Vergessen
• Einsatz: Spitäler, Kliniken, Pflegeheime, Lebensmittelbetriebe
Durchflussbegrenzer: günstig und wirkungsvoll
Ein Durchflussbegrenzer – auch Perlator oder Strahlregler genannt – mischt dem Wasser Luft bei und reduziert den Durchfluss von typischerweise 12 l/min auf 4 bis 6 l/min. Die Nutzenden spüren kaum einen Unterschied, der Wasserverbrauch sinkt um 30 bis 50 %.
Durchflussbegrenzer sind die einfachste und günstigste Massnahme zur Nachrüstung bestehender Anlagen und lassen sich mit sämtlichen Armaturentypen kombinieren.
Hygienespülung zur Legionellenprophylaxe
Legionellen vermehren sich in stehendem, lauwarmem Wasser – besonders in selten genutzten Leitungsabschnitten. Die wirksamste Gegenmassnahme ist die regelmässige Hygienespülung: Frisches Wasser wird automatisch und nach Zeitplan durch die gesamte Installation gespült, meist nachts oder am Wochenende. Elektronische Sensorarmaturen können diese Funktion direkt übernehmen.
Wichtig: Mechanisch selbstschliessende Armaturen sind dazu nicht in der Lage. Sie schliessen zwar bei jeder Betätigung automatisch – öffnen aber nur auf Druck von aussen. Bleibt die Armatur ungenutzt, steht das Wasser in der Leitung.
• Vorteil Sensorarmatur: Hygienespülungen laufen automatisch nach Zeitplan – auch bei tagelanger Nichtnutzung
• Nachteil Sensorarmatur: höherer Anschaffungspreis, Stromanschluss oder Batterie erforderlich
• Einschränkung Selbstschluss: keine automatische Hygienespülung möglich – bei erhöhtem Legionellenrisiko eher ungeeignet
Besonders in Spitälern, Pflegeheimen, Hotels und Gebäuden mit langen Standzeiten ist die automatische Hygienespülung ein entscheidender Faktor bei der Armaturenwahl.
Warum Edelstahl für gewerbliche Anlagen die beste Wahl ist
Neben der Technik spielt das Material eine entscheidende Rolle. Edelstahl-Armaturen haben sich in gewerblichen und öffentlichen Sanitäranlagen weltweit bewährt:
• Widerstandsfähig gegen mechanische Belastung und mutwillige Schäden
• Nichtporöse Oberfläche – hygienisch und leicht zu reinigen
• Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren bei minimalem Wartungsaufwand
• Vollständig recycelbar und ohne Bleigehalt
Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber: Warum Edelstahl-Armaturen die erste Wahl für Küche und Bad sind.
Lohnt sich die Investition?
Hochwertigere Armaturen amortisieren sich in stark genutzten Anlagen oft innerhalb von zwei bis vier Jahren – allein durch die eingesparten Wasserkosten. Dazu kommen tiefere Wartungskosten, reduzierter Energieverbrauch für Warmwasser und – je nach Projekt – Punkte bei Nachhaltigkeitszertifizierungen wie Minergie.
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Tipp: Die Armatron AG berät Sie kostenlos bei der Auswahl der richtigen Armaturen für Ihre Sanitäranlage. Vom Einzelwaschtisch bis zur Gesamtinstallation. |
Fazit
Wassersparende Armaturen für öffentliche WCs sind keine Komfortzugabe – sie sind eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Massnahme mit schneller Amortisation. Ob Selbstschluss, Sensor, Perlator oder Thermostat: Entscheidend ist, den richtigen Typ für den jeweiligen Einsatzbereich zu wählen.
Bei Fragen zur richtigen Auswahl stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Weitere Links:
- den bestehenden Ratgeber «Warum Edelstahl-Armaturen die erste Wahl sind»
- den Ratgeber «Legionellen – die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser»
- die Kategorie-Seite Armaturen im Shop