Legionellen

Was sind Legionellen?

Legionellen sind wassergebundene Bakterien. Legionellen finden in warmem und stagnierendem Wasser, zum Beispiel in Warmwasserleitungen, Klimaanlagen, Thermalbädern, Brunnen, Duschen, Spa-Bereichen oder auch WC-Spülkästen ideale Lebensbedingungen. Bei 25°C – 30°C findet eine maximale Vermehrung statt. In kaltem Wasser (<20°C) sind Legionellen überlebens-, aber nicht reproduktionsfähig. Ab einer Temperatur von 60°C sterben Legionellen innerhalb weniger Minuten ab.

Was ist Legionellose?

Legionellen finden sich überall in unserem Trinkwasser. Dabei ist deren orale Einnahme, zum Beispiel beim Trinken, völlig ungefährlich. Potentiell zur Gefahr werden Legionellen, wenn sie eingeatmet werden. Sie breiten sich dann in den Lungen aus und befallen die weissen Blutkörperchen. Die Folge ist eine schwere Lungeninfektion, welche in 15-20% aller Fälle tödlich endet.

Risiokogruppen sind Erwachsen fortgeschrittenen Alters und Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Immunschwäche, aber auch Raucher.

Massnahmen bei Legionellenbefall?

  • Chemische Desinfektion: kontinuierliche Chlorzugabe (≥10 mg/l) für 8 Stunden. –
  • Thermische Desinfektion: Beaufschlagung jeder Entnahmestelle bei geöffnetem Auslass mit mindestens 70°C während mindestens 3 Minuten.

Nur kurzfristige Wirkung
Die Rohrleitungen werden schon nach 3 bis 4 Wochen wieder kontaminiert. Die Innenseiten der Rohrleitungen werden mit einem Biofilm bedeckt: eine schleimartige Matrix, in der sich Bakterien einnisten, ernähren und vermehren. Diese stellt einen Schutz für sie dar und erhöht Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Temperaturschwankungen (thermische Desinfektion) und Bioziden (chemische Desinfektion). Während dieser Maßnahmen gewöhnen die Bakterien sich nach und nach an diese Behandlung und bauen somit ihre Widerstandsfähigkeit auf. Zudem besteht das Risiko, dass sich Biofilmaggregate lösen, in der Trinkwasser-Installation verteilen und sich den Entnahmestellen und somit dem Endverbraucher nähern.

Verhängnisvolle Auswirkungen auf TrinkwasserInstallation und Abwasserleitungen
Diese sind nicht zwangsläufig für Temperaturen über 60°C oder große Mengen an Chlor geeignet. Diese Maßnahmen können Rohrleitungssysteme zerstören oder frühzeitig altern lassen.

Erhöhtes Risiko für die Nutzer
Während der Maßnahmen besteht für die Nutzer ein hohes Risiko: – Verbrennungen 3. Grades im Falle von thermischen Desinfektionen. – Vergiftung durch Chlorbehandlung.

Heikle und kostspielige Maßnahmen
Die oben genannten Maßnahmen müssen an allen Punkten der Trinkwasser-Installation vorschriftsgemäß ausgeführt werden (Ablagerungen, ungenutzte Leitungsabschnitte, Wärmeverluste, etc.). Dazu muss die Installation außer Betrieb sein und die Maßnahmen von fachkundigem Wartungspersonal durchgeführt werden.

Um diese Maßnahmen zu vermeiden, ist es nötig, auf 4 Niveaus aktiv zu werden:

  • Vermeidung ungenutzter Leitungsabschnitte und Wasserstagnation.
  • Regelmäßige Instandhaltung, um Korrosion und Verkalkung vorzubeugen.
  • Erhöhung der Wassertemperatur in den Rohrleitungen, um Bakterienbildung zu unterbinden.
  • Aufrechterhaltung der Temperatur in der Installation durch Zirkulationsleitungen und Mischen so nahe wie möglich an der Entnahmestelle.

Langfristig ist eine effektive Bekämpfung nur durch kontinuierliche Präventivmaßnahmen möglich.

  • Reduktion der stagnierenden Wassermenge (z.B. auch in Magnetventilen)
  • Einsatz von geeigneten Armaturen
  • Massnahmen zur Reduktion von Biofilm
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Source: Delabie 2017